Kategorie: Allgemein

  • EFRE – Sicherung wertvoller Lebensräume im Landkreis München

    EFRE – Sicherung wertvoller Lebensräume im Landkreis München

    EFRE – Sicherung wertvoller Lebensräume im Landkreis München

    Aufgrund der angespannten finanziellen Situation der Förderprogramme in Bayern stehen für die Landschaftspflege derzeit nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Um die fachgerechte Pflege besonders wertvoller Streuwiesen und Magerrasen im Landkreis München dennoch sicherzustellen, hat der Landschaftspflegeverband München-Land zu Beginn des Jahres nach zusätzlichen Fördermöglichkeiten gesucht und mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) eine passende Unterstützung gefunden.

    Durch die Kofinanzierung mit EFRE ist es möglich, die langjährige Pflege ausgewählter, naturschutzfachlich besonders wertvoller Flächen im Jahr 2026 fortzuführen und damit hochwertige Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Ohne eine regelmäßige Pflege würden diese Flächen innerhalb weniger Jahre verbuschen und ihre besondere ökologische Funktion verlieren.

    Zu den geförderten Flächen gehören unter anderem Natura-2000-Gebiete, Naturschutzgebiete sowie gesetzlich geschützte Biotope mit zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten. Dazu zählen Streuwiesen in den Moorgebieten im Münchner Norden und Süden sowie trockene, artenreiche Magerrasenflächen im Zentrum der Schotterebene.

    Die Pflegemaßnahmen haben begonnen – Naturschutz braucht Pflege!

    Die Landschaftspflegearbeiten haben inzwischen begonnen. Die ersten Streuwiesen wurden bereits gemäht, um Neophyten zu bekämpfen und den ökologischen Wert der Flächen langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. In den kommenden Monaten bis in den Winter hinein werden auf etwa 27 ha weitere Maßnahmen durch fachkundige Landschaftspfleger umgesetzt. Hierzu gehören unter anderem Pflegemahd, das Belassen von Brachestreifen, Artenschutzmaßnahmen, die Bekämpfung invasiver Neophyten sowie Nachentbuschungen.

    Ohne eine regelmäßige Pflege würden die Lebensräume zahlreicher hochbedrohter Tier- und Pflanzenarten innerhalb weniger Jahre verloren gehen. Zu ihnen zählen beispielsweise der Skabiosen-Scheckenfalter, das Wald-Wiesenvögelchen, der Schwalbenwurz-Enzian und das Bayerische Löffelkraut.

    Projektförderung:

    • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
    • Kofinanziert von der Europäischen Union: EFRE „Investitionen in Beschäftigung und Wachstum“ Bayern 2021-2027
    • Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat: mit Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)
    Pflegemahd einer Streuwiese zum Erhalt wertvoller Lebensräume
  • Mitgliederversammlung 2026

    Mitgliederversammlung 2026

    Mitgliederversammlung des LPV München-Land: Satzungsänderung und Wechsel in der Geschäftsführung

    Verabschiedung in den Ruhestand: Die Mitgliederversammlung würdigt den langjährigen Geschäftsführer Georg Hünerfeld

    Am Dienstag, 14. Juli, fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Landschaftspflegeverbands München-Land in Oberhaching statt. Im Mittelpunkt standen die Neufassung der Vereinssatzung, der Haushaltsplan sowie personelle Veränderungen in der Geschäftsstelle.

    Zu Beginn begrüßte der Vorsitzende Peter Wagner die anwesenden Mitglieder und bedankte sich für das zahlreiche Erscheinen. In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr hob er die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten hervor.

    Bereits zu Beginn des Jahres verabschiedete sich die langjährige Bürokraft Renate Haller in den Ruhestand. Seit Januar verstärkt Verena Hartmann die Geschäftsstelle. Mit dem bevorstehenden Ruhestand von Geschäftsführer Georg Hünerfeld wird künftig Torben Zschoche die Geschäftsführung des LPVs übernehmen.

    Im Anschluss beschlossen die Mitglieder einstimmig die Aufnahme neuer Verbandsmitglieder, unter anderem wurde die Gemeinde Unterföhring als 16. Kommune in den LPV aufgenommen.

    Anschließend berichtete Torben Zschoche über das vergangene Jahr. Er schilderte die Herausforderungen, die sich 2025 durch begrenzte Fördermittel ergaben. Teilweise konnten Pflegemaßnahmen nur in eingeschränktem Umfang durchgeführt werden. Dennoch gelang es dem Verband, die wichtigsten Aufgaben zu erfüllen und das Jahr insgesamt zufriedenstellend abzuschließen. Wie sich die Fördersituation in den kommenden Jahren entwickelt, bleibt abzuwarten. Um die Finanzierung der Pflegemaßnahmen sicherzustellen, wurde für das Jahr 2026 eine EU-Kofinanzierung aus dem EFRE-Programm beantragt. Dadurch können die Pflegemaßnahmen ohne große Einschränkungen umgesetzt werden.

    Darüber hinaus stellte Herr Zschoche ausgewählte Projekte und Maßnahmen vor. Dazu gehörten unter anderem die Pflege sowie die Anlage von Ausgleichs- und Ökokontoflächen. Anschließend informierte er über Einnahmen und Ausgaben des Haushaltsjahres 2025. Nach dem Bericht der Kassenprüfung wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Auch der Haushaltsplan für das Jahr 2026 fand einstimmige Zustimmung.

    Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die Neufassung der Vereinssatzung. Die Mitglieder stimmten den vorgeschlagenen Veränderungen einstimmig zu. Mit der Überarbeitung wird die Satzung an die aktuelle Mustersatzung des Dachverbandes angepasst. Auf Grundlage der neuen Satzung soll im Herbst ein neuer Vorstand gewählt werden.

    Drei Jahrzehnte im Einsatz für den Landschaftspflegeverband

    Zum Abschluss der Versammlung wurde Georg Hünerfeld verabschiedet, der nach drei Jahrzehnten Tätigkeit für den Landschaftspflegeverband in den Ruhestand tritt. In einer Ansprache würdigte Peter Wagner das langjährige Engagement und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

    Über viele Jahre hat Georg Hünerfeld den LPV München-Land entscheidend geprägt. Mit seiner großen Erfahrung, seinem Fachwissen und seinem Engagement begleitete er zahlreiche Projekte und setzte sich für eine konstruktive Zusammenarbeit aller im Verband vertretenen Interessensgruppen ein.

    Bereits vor der Mitgliederversammlung haben interessierte Mitglieder im Rahmen einer kleinen Exkursion Einblicke in ausgewählte Pflegeflächen in Oberhaching und im Deisenhofener Forst. Vorgestellt wurden unter anderem Flächen des Biotopverbunds Hachinger Tal sowie der Magerrasenverbundflächen, auf denen Maßnahmen zur Förderung der Buschnelke umgesetzt werden.

  • Eichenverbundprojekt im Forstenrieder Park

    Eichenverbundprojekt im Forstenrieder Park

    Eichenverbundprojekt im Forstenrieder Park

    Lichte Wiesen- und Saumstrukturen zwischen alten Eichen bilden die Grundlage für die Entwicklung neuer, artenreicher Lebensräume im Rahmen des Eichenverbundprojekts.

    Im Forstenrieder Park haben die Pflegearbeiten für unser neues Eichenverbundprojekt begonnen. In den kommenden drei Jahren sollen dort in Zusammenarbeit mit Climate Partner und den Bayerischen Staatsforsten lichte, von Eichen geprägte Waldinnenränder zu artenreichen Lebensräumen entwickelt werden.

    Lichte Waldinnenränder sind wichtige Lebensräume für zahlreiche wärme- und lichtliebende Tier- und Pflanzenarten.  Innerhalb geschlossener Wälder schaffen diese Säume blütenreiche Wärmeinseln. Sie können als Trittsteinbiotope dienen und somit isolierte Lebensräume miteinander verbinden. Langfristig soll so ein funktionierender Biotopverbund für typische Arten lichter Eichenwälder und der Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland entstehen.

    Die Grundlage dafür wurde bereits in den vergangenen sechs Jahren geschaffen. Auf einer Länge von rund zehn Kilometern haben die Bayerischen Staatsforsten alte Eichen und ausgewählte Zukunftsbäume freigestellt. Die dadurch entstandenen Säume bieten gute Voraussetzungen, ihre Artenvielfalt ist jedoch bislang noch begrenzt.

    Mit gezielter Pflege zu mehr Artenvielfalt

    Hier setzt das neue Pflegekonzept des Landschaftspflegeverbands München-Land an. Durch gezielte Maßnahmen soll ein abwechslungsreiches Mosaik aus Altbäumen, Strauchinseln sowie Wiesen- und Saumbereichen entstehen. Im Fokus stehen besonders anspruchsvolle Arten lichter Eichenwälder und Waldinnenränder, wie der Eremit, ein Käfer, der auf alte Höhlenbäume angewiesen ist, das Wald-Wiesenvögelchen oder die Kreuzotter. Auch zahlreiche weitere Wildbienen, Tagfalter und Pflanzenarten profitieren ebenfalls von den neu geschaffenen Strukturen.

    Die ersten Pflegemaßnahmen sind bereits angelaufen. Ausgewählte Flächen wurden gemäht und das Mähgut abtransportiert. Dadurch werden Nährstoffe entzogen und die Entwicklung artenreicher Vegetation gefördert. Auf einigen Flächen wurde zudem Mahdgut aus dem nahegelegenen Natura-2000-Gebiet „Eichelgarten“ übertragen. So sollen dort Pflanzenarten eingebracht werden und die Artenvielfalt gefördert werden.

    In den kommenden Jahren soll durch eine gestaffelte Mahd mit Brachestreifen ein vielfältiges und dauerhaftes Blühangebot entstehen. Schritt für Schritt wird so ein funktionaler Biotopverbund für charakteristische Arten lichter Eichenwälder geschaffen.